Wir suchen das Weniger.

Darf es ein bisschen weniger sein? Was bedeutet Suffizienz? Und wie geht das?

Wir wollten mit unserem Semesterprojekt der Antwort auf diese Fragen einen Schritt näher kommen. Deswegen haben wir Menschen besucht, die etwas in ihrem Leben reduziert haben, sich und die Umwelt schonen und damit glücklich sind. Wir wollten herausfinden, was diese Menschen konkret anders, – weniger – machen, und wie. Das Ergebnis dieser Recherchearbeit siehst du vor dir.

Tage

Teilnehmer

Orte




Wir haben Teilnehmer gesucht, mit den wir einen ganzen Tag erleben durfen. Leben, essen, arbeiten. Dokumentiert haben wir unsere Tour durch Fotos und Interviews und einfach durch das Erleben.
Wen haben wir getroffen? Keine absoluten Minimalisten, keine Asketen oder Rekordhalter im möglichst-wenig-Dinge-besitzen. Eins jedoch war allen gemeinsam:


Das Wichtigste ist nicht wenig zu haben, sondern viel zu leben.


Wir haben eine ganze Menge praktischer Tips und kreativer Lösungen gesammelt, wie man gut mit weniger leben und sich im kleinen Rahmen selbst versorgen kann. Mindestens genauso wichtig aber war für uns das Erlebnis, dass all die kleinen Handlungen Ausdruck gewachsener Lebensphilosophien und persönlicher Geschichten sind. Die große Offenheit, mit der all unsere Teilnehmer uns begegnet sind, hat uns sehr bewegt. Deshalb war es uns wichtig, diese Geschichten zu erzählen. Wir denken, der Zusammenhang zwischen Einstellungen und Handlungen funktioniert auch umgekehrt: Bewusste Handlungsänderungen bewirken ein Umdenken.




Lena Rieger

25 Jahre, studiert den Master in Ökosozialen Design an der Freien Universität in Bozen.


Suffizienz fängt im Kopf an – alles andere kommt von alleine. Das klingt eigentlich ganz logisch, aber wo und wann fangen wir mit dem Umdenken an? Neue Perspektiven anzunehmen und Sie zu verinnerlichen braucht Zeit, Mut und überhaupt erst einmal die Gelegenheit dies zu tun. Die Offenheit unserer Teilnehmer hat und eine Menge solcher Gelengenheiten gegeben. Hat unsere Tour uns verändert? Vielleicht. Haben wir Neues gelernt? Bestimmt. Das schönste Mitbringsel der Tour, sind für mich aber die offenen Fragen. Es wird bestimmt eine lange Reise auf diese Fragen eine Antwort zu finden.




Clara Hüsch

25 Jahre, studiert den Master im Informationsdesign an der Fachhochschule Würzburg.


Ich denke, dass glückliche Suffizienz und ein Leben durch das SEIN, statt durch das HABEN zusammenhängen. Erich Fromm (Haben oder Sein, 1976) meint mit SEIN eine Lebensform, die sich auf das stützt, was wir aus uns herausholen: Alles Schöpferische, Empfindungen, Wahrnehmungen, sein. Im Gegensatz dazu steht das HABEN: Jemand definiert sich über das, was er sich aneignet, was er konsumiert, was er hat. Die Suche nach Suffizienz wird ziemlich unlustig werden, wenn wir uns weiterhin über das definieren was wir (nicht) HABEN.
Nur wenn wir es schaffen durch das SEIN zu leben und weniger durch das HABEN, kann Suffizienz als Nachhaltigkeitsstrategie frei und glücklich machen, so wie wir es bei unseren Teilnehmern beobachtet haben.